iPhone-Nachrichten ausdrucken, als ein Dokument
Auf dem iPhone selbst gibt es keinen Weg, eine Unterhaltung zu drucken: Die Nachrichten-App hat keinen Druckbefehl, und AirPrint druckt, was eine App ihm gibt, also höchstens den sichtbaren Bildschirm. Der Weg zum Papier führt über den PC: Das Telefon wird lokal gesichert, ChatExport liest die Sicherung und baut ein PDF, und das PDF druckt wie jedes andere Dokument, Seite für Seite, ohne dass am Drucker etwas Besonderes nötig wäre.
Der Unterschied zu jeder Bastellösung liegt nicht im Drucker, sondern in dem, was auf dem Papier steht.
Was auf dem Papier steht
Ein Ausdruck, den jemand anders lesen soll, braucht mehr als die Nachrichten:
- Seitenzahlen und ein Inhaltsverzeichnis, damit sich eine Stelle zitieren lässt („Seite 41“) statt „irgendwo in der Mitte“.
- Jede Nachricht mit Datum und Uhrzeit, auf Deutsch formatiert, mit der 24-Stunden-Uhr.
- Fotos an ihrer Stelle im Verlauf, in drei wählbaren Größen, und ein Anlagenindex am Ende, der jedem Bild eine Fundstelle gibt.
- Eine Titelseite und eine Zusammenfassung, die sagen, wer beteiligt war, welcher Zeitraum gedeckt ist und womit das Dokument erstellt wurde.
- Eine Schlussseite mit den Summen: Gesamtseiten und Gesamtnachrichten, damit ein Leser sehen kann, dass nichts fehlt und nichts entnommen wurde.
Dazu kommt die Wahl des Motivs. Die Chat-Ansicht sieht aus wie die Unterhaltung auf dem Telefon und ist die richtige für ein Andenken oder ein Archiv. Die Gerichtsansicht ist ein nüchternes Protokoll: keine Blasen, kein Kontaktfoto, und auch die Nullen werden ausgeschrieben, weil „Videos: 0“ selbst eine Aussage ist.
Der Unterschied geht dabei tiefer als das Aussehen. Wer die Gerichtsansicht wählt, schaltet damit den ganzen Apparat pro Nachricht ein, den die Chat-Ansicht weglässt: volles Datum auf jeder Nachricht, Sekunden im Zeitstempel, die Rufnummer neben dem Namen, Zustell- und Lesestatus, Angaben zu jedem Anhang und eine laufende Nummer auf jeder Nachricht. Die letzte ist die praktischste von allen, denn eine nummerierte Nachricht lässt sich zitieren, ohne dass jemand die Seite mitzählen muss. Es sind Schalter und keine Einbahnstraße: Sie können nach der Wahl einzelne davon wieder abschalten, aber die Voreinstellung ist die, die ein Leser außerhalb Ihrer Unterhaltung braucht.
Der Weg, in vier Schritten
1. iPhone auf den PC sichern
Mit der App Apple Devices aus dem Microsoft Store oder mit iTunes: Kabel, entsperren, „auf diesen Computer sichern“. Setzen Sie den Haken bei der Verschlüsselung: Sie nimmt mehr mit, und ihr Passwort lässt sich nach Apples eigener Auskunft nicht zurücksetzen, siehe Verschlüsselte Backups auf iPhone, iPad und iPod touch. Die Anleitung mit jedem Klick steht unter iPhone-SMS sichern.
2. Sicherung in ChatExport öffnen
Das Programm findet die Sicherung im Standardordner selbst. Bei einer verschlüsselten fragt es nach dem Passwort und sagt klar Bescheid, wenn es nicht stimmt.

3. Unterhaltung und Zeitraum wählen
Die ganze Unterhaltung oder ein Ausschnitt: Für eine Akte sind die sechs strittigen Wochen oft das bessere Dokument als drei Jahre Verlauf, und der gewählte Zeitraum steht danach auf der Titelseite.
4. PDF exportieren und drucken
Motiv wählen, Fotogröße wählen, exportieren, drucken. Neben die Datei legt das
Programm eine .sha256-Prüfsumme; auf Papier lässt sie sich nicht nachrechnen,
also heben Sie die digitale Fassung neben dem Ausdruck auf.

Für eine Akte oder ein Gericht
Dann ist die Gerichtsansicht die richtige Wahl, und das Papier ist nur die halbe Abgabe: Die Datei mit ihrer Prüfsumme gehört dazu, damit die Herkunft des Ausdrucks prüfbar bleibt. Was ein Ausdruck vor einem deutschen Gericht leisten kann, welcher Einwand wirklich kommt und was ihn beantwortet, steht im Leitfaden Chatverlauf als Beweis vor Gericht. Versprechen macht dort niemand; ein Dokument, das seine Herkunft belegen kann, ist trotzdem eine andere Vorlage als ein Stapel Bilder.
Häufige Fragen
Warum nicht einfach Bildschirmfotos drucken?
Für drei Nachrichten: tun Sie es. Ab einer längeren Strecke kippt die Rechnung, denn jedes Bildschirmfoto ist eine eigene Datei ohne Seitenzahl, ohne durchlaufende Zeitachse und ohne Herkunftsangabe, und die Ränder schneiden Nachrichten in Hälften. Ein Dokument mit Inhaltsverzeichnis ist keine Geschmacksfrage, sondern das, was ein Leser braucht, der die Unterhaltung nicht kennt.
Kann ich ganz ohne Computer drucken?
Vom Telefon aus lassen sich nur Bildschirmfotos zu Papier bringen. Ein Dokument, das den ganzen Verlauf trägt, entsteht heute nur am Rechner, weil nur dort die vollständige Datenbank der Unterhaltung liegt, in der Sicherung.
Kommen die Fotos mit aufs Papier?
Ja, an ihrer Stelle im Verlauf und in der Größe, die Sie wählen. Die kleinste Stufe hält ein fotoreiches Dokument schlank, die größte ist für den Fall, dass ein Detail im Bild zählt. Der Anlagenindex am Ende listet jedes Bild mit Fundstelle.
Druckt das auch WhatsApp-Unterhaltungen?
Ja, über einen anderen Weg ins selbe Dokument: WhatsApp gibt die Unterhaltung als Datei heraus, ohne Sicherung. Der Leitfaden ist WhatsApp-Chat als PDF exportieren.
Wie aktuell ist der Ausdruck?
So aktuell wie die Sicherung, aus der er stammt. Vor einem wichtigen Ausdruck lohnt eine frische Sicherung, denn was nach der letzten geschrieben wurde, liegt nur auf dem Telefon.
Wenn nicht Papier das Ziel ist, sondern die Unterhaltung als Datei mit allem Verlauf, beginnt der Weg bei iMessage exportieren.