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iPhone-Backup unter Windows auslesen

Veröffentlicht am 20. August 2026 · Krzysztof Kowalski

Wer den Sicherungsordner eines iPhones auf Windows öffnet, sieht ein paar tausend Dateien mit vierzigstelligen Namen und keiner Endung, und gibt an dieser Stelle meist auf. Das ist kein Schaden und keine Verschleierung im juristischen Sinn, sondern Apples Bauform: Die Dateien sind nach Prüfsummen benannt, und das Verzeichnis, das die echten Namen kennt, liegt als Datenbank daneben. Auslesen heißt deshalb nicht umbenennen und umbauen, sondern: ein Programm nehmen, das dieses Verzeichnis liest.

Wo liegt die Sicherung?

In einem von zwei Ordnern, je nachdem, welches Apple-Programm sie geschrieben hat. Beide Zeilen lassen sich direkt in die Adressleiste des Explorers einfügen:

%USERPROFILE%\Apple\MobileSync\Backup
%APPDATA%\Apple Computer\MobileSync\Backup

Der erste gehört der App Apple Devices aus dem Microsoft Store, der zweite dem klassischen iTunes. Darin liegt ein Unterordner pro Gerät, benannt nach dessen Kennung, nicht nach dem Namen des Telefons.

Warum heißt darin nichts sms.db?

Weil jede Datei unter der Prüfsumme ihres Pfades auf dem Telefon abgelegt ist: vierzig Hex-Zeichen, keine Endung. Seit iOS 10 sind diese Dateien zusätzlich in 256 Unterordner sortiert, benannt nach den ersten beiden Zeichen; ganz alte Sicherungen liegen noch flach in einem Ordner.

Das Verzeichnis dazu ist Manifest.db, eine gewöhnliche SQLite-Datenbank: eine Zeile pro Datei, mit dem echten Pfad auf dem Telefon und dem Namen im Sicherungsordner. Manifest.plist daneben beschreibt die Sicherung als Ganzes, unter anderem, ob sie verschlüsselt ist. Bei einer verschlüsselten Sicherung ist Manifest.db selbst verschlüsselt, sodass ohne Passwort nicht einmal die Dateiliste lesbar ist, was der Sinn der Sache ist.

Der Weg, in drei Schritten

1. ChatExport starten

Das Programm sucht beide Standardordner selbst ab und listet die Sicherungen, die es findet, mit Gerät und Datum. Liegt keine vor, sagt es das und führt zur Apple-Software, statt einen leeren Bildschirm zu zeigen.

2. Sicherung wählen, bei Verschlüsselung das Passwort eingeben

Eine verschlüsselte Sicherung ist der Normalfall, kein Hindernis: Das Programm fragt nach dem Passwort und meldet klar, wenn es nicht stimmt. Ohne Passwort bleibt die Sicherung zu, das ist Apples Zusage an Sie und gilt auch hier.

Die Sicherungsliste mit einer auf diesem PC gefundenen iPhone-Sicherung, ihrem Datum, dem Abstand zu heute und der iOS-Version

3. Lesen, suchen, exportieren

Die Unterhaltungen erscheinen mit Namen und Fotos aus dem Adressbuch, die Suche findet eine Formulierung im ganzen Verlauf, und der Export schreibt PDF, TXT, HTML oder CSV. Gelöscht wird eine Sicherung nur über die eigene Verwaltungsfunktion, die vorher warnt.

Wird beim Lesen in die Sicherung geschrieben?

Nein, und dass daraus ein eigener Abschnitt wird, hat einen technischen Grund, den man kennen sollte, bevor man irgendein Werkzeug auf eine Sicherung loslässt.

Die Nachrichten-Datenbank des iPhones läuft im WAL-Modus, das heißt, neben ihr liegt ein Änderungsprotokoll mit den jüngsten Transaktionen. Öffnet ein Programm so eine Datenbank dort, wo sie liegt, legt SQLite Hilfsdateien daneben, und zwar auch bei einer ausdrücklich nur lesenden Verbindung, weil schon der Leser den gemeinsamen Index braucht. Diese Dateien bleiben nach dem Schließen liegen. Ein Werkzeug, das die Datenbank einfach an Ort und Stelle öffnet, hinterlässt also neue Dateien in genau dem Ordner, über dessen Unversehrtheit das fertige Dokument später eine Aussage macht.

ChatExport öffnet die Datenbank deshalb nie dort, wo sie liegt. Es kopiert sie zusammen mit ihrem Änderungsprotokoll in einen Arbeitsordner außerhalb der Sicherung und führt beide dort zusammen. Das hat zwei Folgen, und beide sind der Grund für den Umstand: In der Sicherung ändert sich kein Byte, und die jüngsten Nachrichten sind trotzdem dabei, die sonst schlicht fehlen würden, weil im Sicherungsordner die Datenbank und ihr Protokoll unter Prüfsummennamen liegen und sich gegenseitig nicht finden.

Woher weiß man später, aus welcher Sicherung ein Dokument stammt?

Seit Version 0.5.1 beantwortet das Dokument das selbst: Seine Integritätsseite nennt die gelesene Datenbank mit ihrer SHA-256-Prüfsumme, und ein noch nicht zusammengeführtes Änderungsprotokoll wird eigens ausgewiesen. Die Ziffern sind aus den Dateien so gerechnet, wie die Sicherung sie ablegt, sodass ein Dritter mit derselben Sicherung sie nachrechnen kann, bei einer verschlüsselten auch ohne das Passwort zu kennen.

Häufige Fragen

Kann ich die Dateien von Hand zurückbenennen?

Theoretisch ja, Manifest.db enthält die Zuordnung. Praktisch sind es tausende Dateien, bei einer verschlüsselten Sicherung führt der Weg ohne Passwort nirgendwohin, und am Ende steht ein Ordner voller Rohdaten statt eines lesbaren Verlaufs. Der Umweg lohnt sich für niemanden, der ein Dokument will.

Ich sehe den Ordner gar nicht. Warum?

AppData ist unter Windows versteckt. Fügen Sie die Pfadzeile oben direkt in die Adressleiste des Explorers ein, dann öffnet sich der Ordner unabhängig davon, was der Explorer sonst anzeigt.

Kann ich den Sicherungsordner verschieben oder kopieren?

Kopieren zum Aufheben: ja, der Ordner ist gewöhnliche Daten und bleibt als Kopie vollwertig, auch auf einem externen Laufwerk. Wie die Kopie in eine Sicherungsroutine gehört, steht im Leitfaden iPhone-SMS sichern.

Liest das Programm auch alte Sicherungen?

Ja, iOS 11 bis 26, geschardet oder flach, verschlüsselt oder nicht. Die Unterschiede zwischen den iOS-Generationen fängt eine Schema-Schicht im Programm ab, nicht der Benutzer.


Was aus der gelesenen Sicherung wird, entscheidet der nächste Schritt: iMessage exportieren für die Datei mit allem Verlauf, iPhone-Nachrichten ausdrucken für das Papier.